
Einsiedeln kommt (wieder)
zu Briefmarken-Ehre!
In Zusammenarbeit mit dem Verband der Museen der Schweiz (VMS) und der Schweizerischen Post gibt Pro Patria eine Reihe von Briefmarken heraus, die Regional- und Lokalmuseen der Schweiz gewidmet sind. In einer ersten Serie für das Jahr 2013 ist das Museum Fram in Einsiedeln als eines von vier Museen ausgewählt worden. Das Motiv, das die 85 Rappen-Marke ziert, stellt ein typisches Objekt der Einsiedler Volkskultur dar – die rote Wachskröte – als Zeuge eines weit verbreiteten Volksglaubens.
In der diesjährigen Briefmarken-Serie von Pro Patria hat das Museum Fram neben dem Toggenburger Museum Lichtensteig, dem Museum Bagnes und dem Strohmuseum Wohlen seinen Auftritt. Die rund 400 Schweizer Regional- und Lokalmuseen konnten sich im Wettbewerb von Pro Patria bewerben und die Fram wurde für ein Briefmarkensujet ausgewählt.
Was bedeutet die Kröte?
Verzweifelte Menschen suchen seit Jahrhunderten bei der Schwarzen Madonna von Einsiedeln Hilfe und Trost. Im Volksglauben entwickelte sich der Brauch, der Gottesmutter für erfahrene Hilfe ein Geschenk zu machen. Geschenke, wie die Kröte, nennt man «Votive». Kröten symbolisieren seit Urzeiten die Gebärmutter. Kröten-Votive sind Dankesgaben zur Geburt eines gesunden Kindes.
In Einsiedeln wurden besonders viele Wachskröten produziert und verkauft, vielleicht weil sich Frauen von der Gottesmutter besonders verstanden fühlten.
Wachskröten wurden auch als Talismane benutzt. Als magische Glücksbringer sollten sie die Gesundheit von Mutter und Kind gewährleisten. Man benutzte roten Wachs, weil seit dem Mittelalter rot als die Farbe angesehen wurde, die vor dem Teufel schützt.